Der Trailer versprach so viel. Viel gute Musik, viel gute Laune, einfach einen rundum gelungenen Film. Doch konnte der Film denn auch halten was der Trailer versprach: Die Antwort ist leider ein Jein. Viel gute Musik gibt es und die Musik ist auch das einzige, was über die gesamte Spielzeit von 130 Minuten funktioniert und den Fuß im Kinosessel zum Wippen brachte. Gute Laune gibt es auch, doch schafft sie es nicht die riesigen Löcher in der sehr dünn gestrickten Handlung zu überdecken.
Wir schreiben das Jahr 1966, in England und dem Rest der Welt regiert der Rock & Roll. Wir befinden uns mitten in der Beatlemania und es geht nichts über Love, Peace und Rock & Roll. Dumm nur, dass die BBC da ganz anderer Meinung ist. Ihr Programm beinhaltet gerade mal 20 Minuten Rock- und Popmusik am Tag. Zu wenig, findet eine skurrile Truppe rund um Quentin (Bill Nighy) und so machen sie es sich zur Aufgabe über den Piratensender Radio Rock Revolution die britische Bevölkerung mit dem zu versorgen was sie wirklich wollen: Rock & Roll! Und zwar den ganzen Tag und die ganze Nacht! Der Regierung stoßen die Piratensender in der Nordsee jedoch mehr als übel auf und so wird mit Dormandy (Kenneth Brannagh) ein Mann beauftragt dem unmoralischen Treiben endgültig ein Ende zu machen.
Die Story ist sehr dünn und beschäftigt sich in der ersten Hälfte des Films vor allem damit die bunte Truppe an Bord von Radio Rock Revolution vorzustellen: Da wären neben Chef Quentin, noch Star DJ The Count (Philip Seymour Hoffman), Dr. Dave (Nick Frost), der navive aber herzens gute Simon (Chris O’Dowd), der nie sprechende Mark (Tom Wisdom) und weitere mehr als skurrile Charaktere. Das ist alles sehr charmant gemacht und hat einen gewissen Witz, kann aber nicht über eine Stunde restlos unterhalten und so fragt man sich als Zuschauer hier und da doch, wo eigentlich die Handlung geblieben ist. Die beginnt nämlich eigentlich erst nach etwa einer Stunde, Quentins Patensohn Carl findet heraus wer sein eigentlicher Vater ist und findet, über den ein oder anderen Umweg die Liebe und, und das ist das eigentlich wichtige, in London wird das „Schifffahrt – Schutzgesetz“ verabschiedet, welches das Senden von einem Boot zu einer illegalen Handlung erklärt.
An der Besetzung ist Radio Rock Revolution nicht gescheitert, denn sie war zweifelsohne erstklassig, allen voran Oscarpreisträger Philip Seymour Hoffman als The Count und natürlich Bill Nighy. Vielmehr scheiterte der Film daran, dass er dem Zuschauer für mehr als zwei Stunden Länge einfach zu wenig Handlung präsentierte. Vielleicht hätte man sich mit einer Laufzeit von 90 Minuten begnügen sollen. Dennoch ist der Kinobesuch nicht umsonst gewesen, denn allein die herrliche Musik hat mich voll und ganz überzeugt, auch wenn das letzte bisschen dann doch gefehlt hat. Und die Botschaft des Films verdient es auch gehört zu werden: Rock & Roll ist schlichtweg nicht tot zu kriegen.
Fazit: 7 von 10 Punkten.