Dawson’s Creek Season 3

2009
07.11

Da haben wir es also das Jahr 3 in Capeside, ein Jahr, was vieles über den Haufen wirft und damit irgendwie ein Übergangsjahr ist zu einem anderen Dawson’s Creek. Qualitativ, das kann und muss man einfach mal so sagen, hat Dawson’s Creek in seinem dritten Durchgang einiges verloren, dennoch hat natürlich auch diese Staffel ihre Hochlichter, aber alles in allem fällt sie schon deutlich schwächer aus, als Durchgang eins und zwei.

Was war – was kommt?
Kurzer Rückblick auf Season 2: Dawson überredet Joey ihren eigenen Vater an die Polizei zu verraten und muss damit leben, dass Joey ihm das nie mehr verzeihen will.
Ein Sommer ist vergangen – Joey und Dawson haben sich nicht ausgesprochen und der vergangene Streit wabert nach Dawsons Rückkehr immer noch zwischen den Beiden. Da hilft es auch nicht, dass Dawson sich mit der mysteriösen Eve auf einen Flirt einlässt. Dawson beschließt, dass er und Joey Abstand brauchen und bittet Pacey sich um Joey zu kümmern. Nicht ahnend, dass er damit die Probleme eher vergrößert, als sie zu verringern.

Das Ende einer Ära
Die dritte Staffel der Serie markiert das Ende einer Ära und das in vielerlei Hinsicht. Das über zwei Staffeln aufgebaute Traumpaar Dawson und Joey wird durch die Gefühle, die Pacey und Joey entwickeln, geradezu gesprengt und damit in gewisser Weise auch die innige Freundschaft, die Dawson und Joey immer verband. Diese erfährt spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem Dawson von der vor ihm geheim gehaltenen Beziehung zwischen Joey und Pacey erfährt, einen enormen Knacks. Für Joey stellt sich die unangenehme Frage zwischen ihrem bis dahin geglaubten Seelenverwandten oder den völlig neuen Gefühlen für Pacey zu wählen. Aus Angst Dawson zu verlieren, der ihr immer ein Anker im Leben gewesen ist, entscheidet sie sich zunächst für eben diesen. Dawson hingegen erkennt, was wirklich in Joey vorgeht und entscheidet sich schweren Herzens dafür sie gehen zu lassen und beweist damit, das erste Mal in einer Frage, die das Dreiecksgespann angeht, Größe. Er übernimmt dadurch die Entscheidung, die eigentlich Joey treffen sollte, aber sich nicht dazu durchringen konnte.
Wie heißt es so schön, wo gehobelt wird, da fallen Späne. Und es fielen genau zwei Späne, um die Möglichkeit einer Beziehung zwischen Joey und Pacey zu ermöglichen und das waren zum einen Dawson und zum anderen Andie, die alle Beide im dritten Durchgang mit sehr fragwürdigen Geschichten gesegnet waren: Während Dawson, verunsichert von seiner Trennung von Joey und seinen immer noch vorhandenen Gefühlen für sie, beschließt sich selbst neu zu definieren, entwickelt Andie ungeahnte intrigante Fähigkeiten, um Pacey an sich zu binden. Eine Entwicklung, die als sehr schade empfinde, da sie beide Charaktere deutlich abwertet im Vergleich zu den zwei Jahren davor. Dazu hat man Dawson seiner Leidenschaft für Filme beraubt, die es ihm ermöglichen sollte eine neue Seite von sich zu zeigen, jedoch ist das in der dritten Staffel nicht passiert.

Ein Neuanfang
Nach ihrem totalen Abstieg mit Alkohol und wechselnden Affären in Staffel 2 bekommt Jen eine neue Chance in Form des herzensguten Henrys – der nebenbei bemerkt einer der Gewinner bei den neu eingeführten Figuren war. Jens Charakter ist für mich auch der Einzige, der über die gesamte Staffel funktioniert und der sich tatsächlich weiterentwickelt hat. Während Dawson zwar stets bemüht war eben dies zu tun, ist er im Endeffekt, doch immer genau da stehen geblieben, wo er schon vor zwei Jahren war. Jen hingegen schafft es ihr Bad Girl Image abzulegen und lässt den Zuschauer endlich hinter ihre Fassade blicken. Der Schlüssel zur Veränderung ist Henry, der ihr zeigt, was Liebe ist und es ihr ermöglicht ihre Vergangenheit endgültig hinter sich zu lassen.

Etwas sagen ist die eine Sache. Etwas tun eine ganz andere…
Nachdem Jack sich im letzten Durchgang geoutet hatte, standen die Drehbuschreiber vor dem entscheidenden Problem, dass nun ja irgendetwas passieren musste. Und so schufen sie die Figur des Ethan, in den sich Jack schließlich auch verliebt. Doch irgendwie war die ganze Sache sehr schwammig und man wurde als Zuschauer das Gefühl nicht los, dass die Macher schließlich Angst vor der eigenen Courage hatten und es genau aus diesem Grund bei Jack bei einem Stillstand belassen haben. Es bleibt zu hoffen, dass auf die großen Worte, die Jack nun schon seit zwei Staffeln von den Drehbuchschreibern in den Mund gelegt bekommen hat, bald auch ebenso große Taten folgen. Immerhin gab es für Jack endlich einen entscheidenden Schritt hin zu einem versöhnlichen Verhältnis zu seinem Vater, was vor allem im Finale sehr schön und auch emotional umgesetzt wurde.

Nutzloses Füllmaterial
Ja, in dieser Staffel gab es in der Tat sehr viele Füllcharaktere, die ein paar Folgen auftraten und dann schnell wieder verschwunden waren, hier also die meines Erachtens nach nutzlosesten zwei:

1) Eve – Dawsons Sommerflirt. Kam aus dem Nichts, stiftete Unruhe in der Clique und versuchte aus dem Gutmenschen Dawson einen kleinen Teufel zu machen. Klappte nicht und als dann noch die halbgare Geschichte mit Jens Mom und deren Adoption auf den Tisch kam, war es um diese Geschichte und ihre Glaubwürdigkeit geschehen.

2) A.J. – Joeys Collegebekanntschaft, die eigentlich nie eine Chance bei Joey hatte und uns nur als Spiegelbild diente, was Joey und Dawson schon hatten und gerade dabei sind zu verlieren.

Fazit
Die DVD Box kommt nahezu ohne Extras – nur ein mickriger Audiokommentar ist im Angebot, was die Sache schon gleich verschlechtert. Hinzu kommt die Staffel an sich, die im Gesamtkonzept einfach nicht an die ersten zwei Jahre herankommt. Viele Füllcharaktere und auch Füllfolgen schmälern das Ergebnis etwas, jedoch reißt das wirklich sensationelle Finale einiges wieder heraus. Spannend natürlich auch die Ausgangssituation: Dawson steht das erste Mal seit zwei Jahren alleine da, nachdem Joey ihn verlassen hat – stellt sich also die Frage, was aus der Seelenverwandtschaft der Beiden wird und inwiefern ihre Freundschaft nach all dem weiter bestehen wird. Meine persönlichen Hochlichtfolgen sind neben dem bereits erwähnten Finale #3.23 „Jetzt oder nie“, die Thangsgivingfolge #3.08 „Rat mal wer zum Essen kommt“, sowie die „Blair Witch Light“ Folge #3.07 „Die Hexeninsel“. Alles in allem gibt es Abzüge für die doch leicht schwindende Qualität der Staffel und die nicht vorhandenen Extras, was am Ende 7 von 10 Punkten ergibt.

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2 Responses to “Dawson’s Creek Season 3”

  1. Ani sagt:

    Du hast mir grad wieder Lust auf “Dawson’s Creek” gemacht. ;) *sich staffel 3 reinzieh*

    Übrigens find ich Henry so knuffig. Der hat mich damals sofort gewonnen. :D (Man mag kaum glauben, dass so ein nettes Gesicht mir später mal so einen eiskalten Schauer den Rücken rauf und runtertreiben würde. :lol: )

  2. sid sagt:

    Ja das war mein perfider Plan, die Welt durch mehr Menschen, die Dawson’s Creek schauen besser zu machen :D bei dir hat es ja schon mal geklappt ;)

    Ich finde es sehr schade, dass Henry in Staffel 4 nicht mehr dabei ist (wieso eigentlich? Hatte der Schauspieler keine Lust mehr?) Ich habe jetzt die ersten beiden Folgen von Season 4 hinter mir und kann jetzt schon sagen, dass 4 wesentlich besser startet als 3…

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