Hawthorne #1.02 „Isabel und Moses“
Wesentlich besser war die zweite Folge der neuen Krankenhausserie, was zum großen Teil aber auch daran liegt, dass man nach der doch sehr voll gestopften ersten Folge nun schon alle Personen mehr oder minder gut kennt und sofort ins Geschehen einsteigen kann.
Ein alter bekannter wird ins Richmond Trinity Hospital eingeliefert: Theo Huxtable, äh nein, Malcolm Jamal – Warner zeigt sich in einer Gastrolle als schwerkranker Patient mit einem Aneurysma im Gehirn, der Christina, die er für seine Frau hält, offenbart, dass er sie betrogen hat. Was also tun? Es der Frau sagen? Es dem Schicksal überlassen? Neben dieser Frage kommt es zwischen Christina und dem noch immer arg profillosen Dr. Wakefield zu einem Konflikt über die Behandlungsart eben jenes Patienten. Als Christina Tom deswegen in den Rücken fällt wirft dieser ihr vor sie würde sich nur aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit so um eben jenen Patienten kümmern und ich muss gestehen, diese Vermutung lag doch sehr nahe. Di ganze Geschichte fand ich aber sehr gelungen, da sie eben noch einmal zeigte wie präsent der Tod ihres Mannes für Christina nach wie vor ist. Auch sehr schön fand ich in diesem Zusammenhang, dass endlich die Beziehung zwischen Christina und ihrer Tochter mehr in den Vordergrund rückte. Camille verhält sich durch und durch bockig ihrer Mutter gegenüber, da diese ihre gemeinsame Therapiesitzung verpasst hat. Da schlummert doch noch jede Menge Potential, was hoffentlich mehr und mehr ausgeschöpft wird, aber in der sehr schönen Schlussszene doch schon mal einiges davon andeutet.
Den Comedypreis der Folge bekommt zweifelsohne der arme Ray, der erst von Christina aus Versehen KO geschlagen wird und sich schließlich mit einem Verwaltungsangestellten um seine nicht ausgezahlten Überstunden herumärgern muss. Aber immerhin scheint es am Ende einen Hoffnungsschimmer für ein Date mit seiner Angebeteten Candy zu geben. Nicht zu ihrem Date hingegen geht Bobby, in der plötzliche Panik aufsteigt, was ihre beginnende Beziehung zu Rettungssanitäter Nick angeht. Erst Christina macht ihr klar, dass sie nichts zu verlieren hat und einfach ins kalte Wasser springen soll. Neuschwester Kelly hingegen zweifelt immer noch an ihrer Berufswahl und ihre Patientin macht es ihr damit nicht leichter, und schafft es schließlich mit ihren Gemeinheiten die arme Kelly dazuzubringen ihr ein „Sie würde es uns allen leichter machen, wenn sie einfach sterben würden“ an den Kopf zu schmeißen, was die Patientin dummerweise auch sofort wörtlich nimmt. Kelly ist am Boden zerstört. Diese kleine Episode lässt mich auch langsam verstehen, wieso viele Kritiken in den Mittelpunkt stellen, dass sich „Hawthorne“ nicht entscheiden könne, ob es nun eine Comedy- oder eine Dramaserie sein muss. Bisher jedoch stelle ich fest, dass ich noch nicht das Bedürfnis hatte, dass die Serie sich entscheiden müsse. Der Mix aus Beidem funktioniert für mich bis hierhin recht gut, aber da lässt sich wahrscheinlich erst mehr sagen, wenn mehr Folgen gelaufen sind.
Der Episodentitel ist wieder mehr als unpassend gewählt, denn er bezieht sich wieder auf einen sehr, sehr kleinen Teil dieser Episode: Nämlich auf die Obdachlose Isabel, die im Piloten Christina ihr Baby anvertraut hat und diese Folge entlassen wird. Mit Christinas Hilfe will sie es nun schaffen von der Straße wegzukommen, um ihren Sohn Moses zu sich nehmen zu können.
Viel, viel besser. Das ist eigentlich das große Fazit der zweiten Folge. Sicherlich schlummert noch immer einiges, was nicht ausgeschöpft wird, aber es reicht um mich nächste Woche dazuzubewegen mittwochs wieder einzuschalten: 7 von 10 Punkten.
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